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Ratgeber Durchfall

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Durchfall
Diagnose von Durchfall

Wenn ein Patient mit Durchfall einen Arzt aufsucht, wird sich dieser zunächst nach den Symptomen und dem Befinden erkundigen. Durchfall nach einer Reise oder nach Gemeinschaftsverpflegung ist für den Arzt oft ein Hinweis auf eine Infektion. Er kann eine körperliche Untersuchung durchführen, die sich hauptsächlich auf die Bauchorgane konzentriert. Ferner sollte die Temperatur überprüft und der Körper auf Zeichen der Austrocknung untersucht werden. Es kann bei Durchfall die Untersuchung von Stuhlproben oder Nahrungsmitteln erforderlich sein. Eine Ultraschalluntersuchung des Bauchraumes kann weitere Rückschlüsse auf die Krankheit liefern, manchmal kommt auch eine Spiegelung von Magen und Darm infrage.

Diagnose von Durchfall

Wenn der Durchfall chronisch wird, länger als 3 Tage andauert, bei Symptomen der Austrocknung, Fieber, Erbrechen, (krampfartigen) Bauchschmerzen, Blut im Stuhl oder vermehrtem Durchfall, sollte eine ärztliche Diagnose eingeholt werden. Über 90 % aller Durchfälle sind infektiös bedingt.

Das Gespräch mit dem Arzt bei der Diagnose von Durchfall

Die Basis für das ärztliche Gespräch bei der Diagnose von Durchfall ist die Krankengeschichte, um nach möglichen Auslösern für den Durchfall zu suchen. Der Arzt fragt nach den aktuellen Beschwerden. Er fragt nach der Beschaffenheit des Stuhls und nach der Beschaffenheit und Menge des Urins. (Verminderter oder dunkler Urin kann ein Hinweis auf Austrocknung sein.) Durchfall nach einer Reise, nach Kontakt mit vielen Menschen, nach Gemeinschaftsverpflegung oder wenn sich Durchfall in Gemeinschaften (Kindergarten, Schule etc.) ausbreitet, deutet oft auf Infektionen hin.

Ferner wird ihn für die Diagnose interessieren, ob der Durchfall mit Nahrungsmitteln zusammenhängt bzw. ob der Durchfall nachlässt, wenn nichts gegessen wird. Ggf. kommen Nahrungsmittel wie rohes Fleisch, Eis, Nahrungsmittel aus rohen Eiern, Tiefkühlware, Geflügel, Eiswürfel oder rohe Meeresfrüchte als Quellen einer Infektion infrage. Auch sollte der Arzt überprüfen, ob der Patient Medikamente einnimmt. (Eine große Zahl der Nebenwirkungen von Medikamenten bezieht sich auf den Verdauungstrakt.)

Die körperliche Untersuchung zur Diagnose von Durchfall

Die körperliche Untersuchung bei der Diagnose von Durchfall gilt hauptsächlich den Bauchorganen. Auch die Zunge und die Haut sollten auf eine Austrocknung hin geprüft werden. Ferner werden u. U. die Temperatur und das Körpergewicht gemessen. Möglich ist auch eine Tastuntersuchung am Enddarm, um zu untersuchen, ob ein Hindernis (wie etwa ein Geschwür) zu finden ist, an dem sich der Stuhlgang vorbei entleert im Rahmen einer Überlaufdiarrhö.

Stuhl-, Blut- und Urinproben zur Diagnose von Durchfall

Es kann die Untersuchung von Stuhlproben erforderlich sein. Auf diese Weise werden Entzündungsmarker entdeckt und der Erreger gesucht (Viren, Parasiten, Bakterien). Bei Verdacht auf Nahrungsmittelvergiftung werden auch Nahrungsmittel oder Erbrochenes untersucht. Auch das Blut und der Urin können analysiert werden.

Ultraschall und Endoskopie bei der Diagnose von Durchfall

Der Arzt kann eine Sonografie (Ultraschalluntersuchung) vornehmen oder eine Spiegelung (Endoskopie) im Magen-Darm-Bereich (Koloskopie, Gastroskopie). Bei diesem Verfahren zur Diagnose bei Durchfall werden Gewebeproben zur weiteren Untersuchung entnommen. Eine neuere Methode ist die Videokapselendoskopie. Auch hier muss der Darm zur Vorbereitung vollständig geleert werden. Anschließend schluckt der Patient die Kapsel. Nach deren Abgang werden die Daten ausgewertet. Speziellere Fragen bei der Diagnose von Durchfall können mit Computertomografie, Magnetresonanztomografie oder Röntgenuntersuchungen des Bauchraumes geklärt werden. Ferner bieten Stoffwechselfunktionstests eine Möglichkeit der Diagnose.

Fedor Singer

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Durchfall oder Diarrhö ist eine Erkrankung, bei der mehrmals täglich dünnflüssiger oder breiiger Stuhlgang ausgeschieden wird. Daher kann der menschliche Körper pro Tag mehr als drei Liter Wasser und Mineralien verlieren. Es kann eine Austrocknung drohen, also massiver Salz- und Flüssigkeitsmangel. Dies ist der Hauptgrund, warum der Durchfall untherapiert eine große Belastung werden kann. Dauert der Durchfall länger als drei Tage und verschlechtert sich der Zustand und das Wohlbefinden des Patienten erheblich, ist der Gang zum Arzt unumgänglich. Insbesondere ältere Menschen, Kinder unter drei Jahren und Säuglinge sind gefährdet, eine Dehydratation (Austrocknung) zu erleiden. Nach weniger als 24 Stunden können Durchfall und Erbrechen zu einer Austrocknung beim Säugling führen.

Akuter Durchfall kann durch Bakterien, Viren, Parasiten, durch verdorbene Lebensmittel, Koffein, Teein, Darmgefäßverschlüsse, Bestrahlungen und anderes ausgelöst werden. 90 % aller Durchfälle sind infektiös bedingt. Die Entstehung von chronischem Durchfall kommt oft durch schwerwiegende Erkrankungen zustande, zeigt sich über mehrere Wochen und tritt in Schüben auf. Der Durchfall kann zwischen den Schüben abklingen.

Die medizinische Forschung unterscheidet zwischen sekretorischem, osmotischem und funktionellem Durchfall. Bei sekretorischem Durchfall sondert der Darm aufgrund einer Entzündung vermehrt Wasser, Salze, Blut oder Schleim ab, bei osmotischem Durchfall befinden sich Stoffe aus der Nahrung im Darm, die Flüssigkeit binden.

Zu den Ursachen von Durchfall zählen häufig Viren, Bakterien oder verdorbene Nahrungsmittel; diese sind allerdings für die meisten Patienten keine allzu große Gefahr. Auf Fern- oder Schiffsreisen sieht dies oft anders aus. Hier können mangelhafte hygienische Zustände schneller zu einem ernsthaften Problem werden. Der Körper schafft es dann evtl. gerade durch den Durchfall die Verursacher wieder auszuscheiden, bevor sie sich im Körper vermehren bzw. aus dem Darm in diesen eindringen können. Ausreichende Hygienemaßnahmen können helfen, die Entstehung von Durchfall zu vermeiden. Hierzu zählt besonders, sich die Hände gründlich zu waschen und ggf. zu desinfizieren.